Cholesterin in der Schwangerschaft. Böses Ei?

Ei_S.Hainz_pixelio.deDas arme Ei. Ganz zu unrecht wird es vom Frühstückstisch verbannt. Zwar gehört das Ei mit 215 Milligramm Cholesterin (300 Milligramm täglich werden empfohlen) zu den cholesterinreichsten Lebensmitteln, aber es ist sehr gesund. Dem Ei allein kann nicht der schwarze Cholesterin-Peter zugeschoben werden. Ein Baby kommt mit ungefähr 40 Milligramm Cholesterin auf die Welt und wird im Alter durchschnittlich mit der siebenfachen Menge an Cholesterin sterben. Im Alter nimmt der Cholesterinwert automatisch zu. Ein erhöhter Cholesterinspiegel führt zu Herz- und Gefäßerkrankungen – der Todesursache Nr.1 in der westlichen Welt. Wie Dein Wert ausschaut? Eine Überprüfung der Blutfettwerte beim Arzt gibt Antwort.

Cholesterin. Was ist das?

Cholesterin gehört zur Gruppe der Blutfette. Es ist, neben den Triglyceriden, ein lebenswichtiger Baustein für den Zellaufbau. Auch für die Hormon- und Gallensäurebildung sowie für die Bildung von Vitamin D benötigt der Körper Cholesterin. Aber: In bestimmten Zusammensetzungen schadet es dem Körper. Das schädliche, so genannte LDL-Cholesterin (low density lipoprotein) lagert sich an den Gefäßinnenwänden ab und führt dadurch zu Verengungen der Gefäße. Und das führt unter anderem zu Bluthochdruck sowie zu Herz- und Lebererkrankungen. Das HDL-Cholesterin (high density lipoprotein) dagegen ist gesund. Es bindet sogar überschüssiges Cholesterin aus den Aterien und dem Körpergewebe und sorgt für den Abtransport zurück in die Leber. Dort wird es umgewandelt und über den Darm wieder ausgeschieden. Zwei Drittel des benötigten Cholesterins bildet der Körper selbst, hauptsächlich in der Leber. Wird von außen Cholesterin zugeführt, drosselt der Körper die eigene Produktion, um die Werte im Gleichgewicht zu halten. Das funktioniert aber nicht immer.

Cholesterin in der Schwangerschaft

Gerade in der Schwangerschaft ist aufgrund der Hormonumstellung und der Veränderung der Lebertätigkeit der Cholesterinspiegel erhöht – um bis zu 50% in der 36. SSW! Das Blutbild einer schwangeren Frau entspricht einer hochgradigen Fettstoffwechselstörung. Deshalb ist es wichtig, dass die Schwangere den Energiebedarf nicht über eine erhöhte Fettzufuhr sichert, sondern sich bewusst und gesund ernährt. Erlaubt sind zwischen 60-70 Gramm Fett pro Tag, bevorzugt einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren sowie Omega-3-Fettsäuren.

Gesättigte vs. ungesättige Fettsäuren

Was den Cholesterinspiegel negativ beeinflusst sind gesättigte Fettsäuren, wie sie in Wurst, Fleisch, Tier- oder Milchfetten zu finden sind. Ist der Cholesterinspiegel erhöht, sollte auf diese Fette verzichtet werden. Besser: Eine Ballaststoffreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse (Avocado senkt LDL-Cholesterin). Ungesättigte Fettsäuren sind erlaubt und gesund. Sie sind in Nüssen, Fisch und Pflanzenölen (besonders in Olivenöl) enthalten. Omega-3-Fettsäuren stecken in fettreichen Fischen wie Makrele, Hering und Sardinen. Sie sind für die Entwicklung von Gehirn und Augen des Ungeborenen wichtig. Regelmäßige Bewegung wirkt sich ebenfalls positiv auf den Cholesterinspiegel aus. Alkohol und Zigaretten sind sowohl für den Cholesterinspiegel als auch für die Schwangerschaft ein absolutes Tabu! Gegen ein Ei zum Sonntagsfrühstück ist aber nichts zu sagen.

Gesundes Ei

In Maßen genossen ist das Frühstücksei sehr gesund. In der Schwangerschaft allerdings nur hart gekocht. Bei weich gekochten Eiern steigt die Salmonellengefahr. Das Eiklar besteht aus 87% Wasser, 11% Eiweiß, 1% Kohlehydraten und 1% Mineralstoffen wie Calcium, Eisen, Zink, Phosphor, Natrium, Kalium und Selen. Außerdem kann ein Ei bis zu 35% des täglichen Bedarfs an Vitamin D und 38% des Bedarfs an Vitamin B12 decken. Das Gelbe vom Ei setzt sich aus 50% Wasser, 32% Fett, 16% Eiweiß und 2% Mineralstoffen zusammen. Das Ei hat ungefähr 80 Kilokalorien.

Fazit: Während der Schwangerschaft gesund und ausgewogen ernähren, dann ist auch das Sonntagsei gerettet.

[AKL]

Bild: S. Hainz / pixelio.de