Frankfurter Grüne Soße

Frankfurter Grüne Soße_Dirk Ingo Franke_wikipedia.orgWunderschöne Frühlingszeit, Ostern, Gründonnerstag und was noch? Richtig! Leckere Grüne Soße. Sie schmeckt lecker zu Fisch, Fleisch und Kartoffeln. Dazu gibt es hartgekochte Eier. Manche Genießer löffeln sie pur, während sie sich in einen Garten mit frischen Kräutern träumen. In Deutschland ist die größte Stadt Hessens, nämlich Frankfurt am Main, traditionell die Stadt der „Grie Soß“. Selbst Goethe war begeisterter Genießer dieser regionalen Spezialität. Aber: Was macht diese Soße eigentlich zum Gaumenschmaus?

Grüne Soße ist zwar Soße, das heißt, sie ist flüssig. Aber sie wird kalt serviert. Das erscheint erst etwas gewöhnungsbedürftig, ist aber durchaus erfrischend. Wer es lieber warm mag, darf, ganz im Sinne der Soßen-Tradition, die Soße mit den warmen Kartoffeln zerdrücken. Neben den vielen Kräutern, die der Soße ihren Namen geben – darunter Kresse, Kerbel, Borretsch, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer, Schnittlauch – finden sich noch weitere Zutaten in der Grünen Soße. Eier, Schmand, Saure Sahne und Pflanzenöl sind feste Bestandteile. Öl, Essig, Salz, Pfeffer und Senf runden, ganz nach Geschmack, die Zutatenliste ab. Manche mögen die Soße fein passiert, andere lieben die Stückchen, einige geben gewürfeltes Eiweiß hinzu. Nach einigem Ausprobieren findet jeder seine Lieblingsvariante. Erweiterungen mit Dill, Mayonnaise, Knoblauch oder Zwiebeln sind möglich, bei den traditionsbewussten Frankfurtern aber verpönt.

Ursprünge der Grünen Soße

Die Ursprünge der Grünen Soße werden im Orient vermutet. Wann das Rezept nach Deutschland kam, ist unklar. Das Goethes Mutter die Frankfurter Grüne Soße erfunden hat, kann in die Rubrik Mythen und Legenden eingeteilt werden. Das erste gedruckte Frankfurter Rezept stammt aus einem Frankfurter Kochbuch von Wilhelmine Rühring. Das war 1860. In Notzeiten fanden sich auch mal Gänseblümchenblätter, Löwenzahn oder Breitwegerich in der Zutatenliste wieder.

Frankfurter Tradition. Wo kommen die Kräuter her?

Die Kräuter werden mit viel Hingabe im Frankfurter Stadtteil Oberrad angebaut und nach der Ernte im richtigen Mischungsverhältnis in Papier eingeschlagen und auf dem Markt verkauft. Der „Verein zum Schutz der Frankfurter Soße“ hatte bei der Europäischen Union den Schutz des Namens beantragt – mit Erfolg. Heute ist die „Frankfurter Grüne Soße“ eine geschützte Ursprungsbezeichnung und Frankfurt hat seit 2007 sogar ein Denkmal für sie errichtet. 7 kleine Gewächshäuser symbolisieren die 7 Kräuter.

Das Original – Inhalt

Original Frankfurter Grüne Soße besteht aus den 7 klassischen Kräutern Kresse, Kerbel, Borretsch, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch. Jede Kräuterart darf maximal 30% der Gesamtmenge ausmachen. Mindestens 70% der Kräuter müssen aus der Frankfurter Region kommen.

Rezept Grüne Soße. Das Original

Zutaten: 300 Gramm Kräuter (die berühmten 7), 2 hartgekochte Eier, 500 Gramm einer Mischung aus saurer Sahne, Schmand, Creme fraiche und Dickmilch (Mischung nach Geschmack), 1 EL Essig, 1 EL Öl, Salz und Pfeffer.

Zubereitung: Die Kräuter mit der Milchmischung passieren. Wie stark ist Geschmackssache. Dann kleingewürfelte Eier hinzugeben. Das Eigelb kann, wenn gewünscht, ebenfalls passiert werden. Mit den Gewürzen abschmecken. Wer mag kann einen Teelöffel Senf hinzugeben. 2 Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen. Guten Appetit!

[AKL]

Bild: Dirk Ingo Franke / wikipedia.org

4 Kommentare

  1. [...] Aktivitäten – Ostereier ausblasen, bemalen und verstecken, Osterfeuer anzünden oder Grüne Soße zubereiten. Da liegt es doch nahe das Osterlamm dieses Jahr einmal nicht beim Bäcker zu kaufen, [...]

  2. [...] Salz, Pfeffer, Curry, Paprikapulver und Petersilie [...]

  3. [...] führen könnte. Aus den ca. drei Millimeter großen Samen kann man Öl gewinnen. In der Frankfurter Grünen Soße hat der Borretsch eine traditionelle Verwendung gefunden. Sogar die blauen Blüten der Pflanze sind [...]

  4. [...] den Schwaben ihre Maultaschen und Spätzle oder den Hessen ihre Grüne Soße und Äppler, das sind den Hamburgern ihre Franzbrötchen, klebrig-süße Plunderteigteilchen mit [...]